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Die RICHARD LANGE: Hommage an einen großen Wissenschaftler
Mit der RICHARD LANGE lässt "A. Lange & Söhne" die große Tradition der Beobachtungsuhr wieder aufleben,
die einst als unverzichtbare Navigationshilfe und Präzisionsinstrument der Wissenschaft diente. Die elegante,
ganz auf die Funktion der präzisen Zeitmessung konzentrierte Dreizeigeruhr mit Zentralsekunde in der traditionell
größeren Dimension ist eine Referenz an Richard Lange (1845-1932), den ältesten Sohn des Firmengründers
Ferdinand Adolph Lange. Als einer der kreativsten Köpfe der Glashütter Uhrendynastie hat er mit seinen
zahlreichen Erfindungen den Weltruhm des Unternehmens entscheidend mitbegründet.
In der Geschichte der Feinuhrmacherei gab es nur wenige, die es verstanden, die wissenschaftlichen
Erkenntnisse ihrer Zeit in einem so hohen Maße in ihre konstruktiven Überlegungen einfließen zu lassen
wie Richard Lange. Zeit seines Lebens widmete er sich wissenschaftlichen Untersuchungen im Bereich der
Uhrentechnik und arbeitete bis ins hohe Alter an zukunftsweisenden Entwicklungen, die in zahlreichen
Patenten ihren Niederschlag fanden. Die RICHARD LANGE ehrt diesen großen Uhrenpionier und langjährigen
technischen Direktor von "A. Lange & Söhne". Zugleich knüpft sie an die Tradition der wissenschaftlichen
Beobachtungsuhr an, deren Hauptaugenmerk schon immer auf der Ganggenauigkeit lag.
Aus diesem Grunde arbeitet im Innern der RICHARD LANGE ein wahrlich meisterhaftes Uhrwerk. Zu seinen
Merkmalen zählen ein aufwändiges, rückerloses Schwingsystem mit einer großen Exzenter-Unruh und der im
eigenen Haus entwickelten und gefertigten Unruhspirale. Diese schlägt mit 21.600 Halbschwingungen und
ist mit einer zum Patent angemeldeten Spiralklemme befestigt, welche die Spirale so fixiert, dass spätere
Reguliervorgänge erleichtert werden.
In der Unruhspirale kommt die wohl größte Errungenschaft Richard Langes zum Tragen, die er im Jahr 1930
unter der Bezeichnung "Metalllegierung für Uhrenfedern" zum Patent anmeldete. Eine Ende der zwanziger
Jahre veröffentlichte wissenschaftliche Untersuchung zum Thema Beryllium-Nickel-Legierungen, in der die
vergütende Eigenschaft eines geringen Zusatzes von Beryllium beschrieben war, ließ ihn als Ersten die
Nutzbarkeit dieser Forschungsergebnisse für die Uhrenindustrie erkennen. Er stellte fest, dass sich
durch Beimischung von Beryllium in Nickel-Stahl-Legierungen einerseits die Empfindlichkeit der Spirale
gegenüber Temperaturschwankungen und magnetischen Feldern vermindern, andererseits ihre Elastizität
und Härte gegenüber den bisherigen Elinvar-Spiralen steigern ließen.
Auch wenn Richard Lange, der nur zwei Jahre nach der Patenterteilung starb, die technische Realisierung
seiner Erfindung nicht mehr selbst vornehmen konnte, hat er damit doch die entscheidende Grundlage für
die bis heute übliche Materialzusammensetzung geschaffen. Heute werden bei Lange - als einem von wenigen
Produktionsstandorten weltweit - nach modernsten Verfahren Unruhspiralen für eigene Uhrwerke hergestellt.
Das alles kommt in vollem Umfang der RICHARD LANGE zugute.
Mehrere Jahre wurde im Lange-Entwicklungslabor gesucht und geforscht, um die bestmögliche Kombination
von Unruhreif und Unruhspirale herauszufinden und diese beiden für den Gang entscheidenden Bauteile
optimal aufeinander abzustimmen. Hinzu kommt die Verwendung einer Stellung, die nur den konstantesten
Teil des Drehmomentverlaufs der Zugfeder zum Einsatz kommen lässt. Durch die separate Messung mit einem
speziellen Schwingungsmessgerät war es möglich, die Gang verändernden Einflüsse von Hemmung und Räderwerk
zu isolieren. Die gewählte Konstruktion und die exakte Regulierung des Schwingsystems gewährleisten, dass
die Gangabweichung der Uhr innerhalb äußerst enger Toleranzwerte liegt. Alles, was dem Ziel dient, ein
Höchstmaß an Ganggenauigkeit mit mechanischen Mitteln zu gewährleisten, wurde eingesetzt.
Die Neuinterpretation der wissenschaftlichen Beobachtungsuhr
Die RICHARD LANGE knüpft an die Tradition der wissenschaftlichen Taschen-Beobachtungsuhren an. Diese
begann lange bevor das Militär die Beobachtungsuhr aufgrund ihrer Präzision entdeckte und aus ihr einen
funktionalen Gebrauchsgegenstand machte. Und sie kann auf berühmte Vorbilder aus dem eigenen Hause
verweisen. Die hochwertigen, in Handarbeit gefertigten Taschenuhren von "A. Lange & Söhne" waren ab
der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nicht nur aufgrund der vielfältigen nützlichen Innovationen
und Komplikationen, sondern insbesondere wegen ihrer außerordentlichen Ganggenauigkeit berühmt und
begehrt. Damals waren die Wissenschaften - Astronomie, Physik, aber auch die neuen Verkehrsmittel
auf der Schiene und in der Luft - auf eine genaue Zeitmessung angewiesen. Bis Zeitsignale ab 1913
per Funk in den Äther gesandt werden konnten, musste die genaue Zeit aus Observatorien mit Hilfe
von Taschen-Beobachtungsuhren an den eigentlichen Einsatzort, also zum Beispiel auf das Schiff und
den dortigen Marinechronometer, getragen werden. Bei der ersten Deutschen Südpolar-Expedition unter
Leitung des Naturforschers und Geophysikers Erich von Drygalski in den Jahren 1901 bis 1903 wurden
für die Zeitmessung an Bord des Forschungsschiffes "Gauss" sechs Präzisions-Taschenuhren aus dem
Hause "A. Lange & Söhne" angeschafft. Ihren Höhepunkt fand die Lange'sche Entwicklung von Präzisionsuhren
schließlich in der "Großen Beobachtungsuhr" mit einem Werkdurchmesser von 57 Millimetern, von der
zwischen 1917 und 1937 nur 15 Exemplare gefertigt wurden. Sie ging an so renommierte Adressen wie
die Gesellschaft für Zeitmesskunde in Berlin, die Zeppelin-Werft in Friedrichshafen oder das Physikalische
Institut der Bergakademie Clausthal-Zellerfeld.
Durch den größeren Durchmesser der Taschen-Beobachtungsuhren ließ sich eine bessere Ablesbarkeit
realisieren - eine Anforderung, die Beobachtungsuhren neben der Einhaltung engster Toleranzwerte
schon immer erfüllen mussten. Diese Tradition greift die RICHARD LANGE souverän auf. Sie überzeugt
mit einem Auftritt im sechsfach verschraubten Gehäuse aus 18 Karat Gold oder Platin, dessen Durchmesser
von 40,5 Millimetern allerdings auf die Proportion des Handgelenks abgestimmt wurde. Das massiv silberne
Zifferblatt ist mit schlanken römischen Ziffern versehen, wie sie auch früher schon für diesen Uhrentyp
charakteristisch waren. Der gebläute zentrale Sekundenzeiger überträgt präzise die Sekundenbruchteile
auf die Skala. Eine Präzisions-Minuterie mit 1/6 Sekundenschritten zeigt an, dass es den Lange-Konstrukteuren
ernst war mit dem Anspruch, ein Zeitmessgerät für höchste Ansprüche zu schaffen.
Das Sekundenanzeigerad wird über ein separates Räderwerk angetrieben. Das Werk besitzt - ein "Muss" für
jede Beobachtungsuhr - einen Sekundenstopp. Zieht man die Krone, wird die Unruh arretiert und der Sekundenzeiger
augenblicklich angehalten. So lässt sich die Uhr zeitzeichengenau einstellen. Zu den weiteren Merkmalen des
Uhrwerks gehört eine Abfall-Feineinstellung mit Schwanenhalsfeder. Ein zusätzlicher Räderzug mit Brücke für
die Zentralsekunde lässt das exklusive Werk mit den typischen Lange-Qualitätsmerkmalen auf eine Höhe von
insgesamt 6,0 Millimetern wachsen. Das Uhrwerk wird von den Lange'schen Meisteruhrmachern sorgfältig in
fünf Lagen reguliert.
Das Werk der RICHARD LANGE ist aufwändig dekoriert und durch den Saphirglasboden sichtbar. Das Caliber
L041.2 mit den gebläuten Stahlschrauben, den verschraubten Goldchatons, dem handgravierten Unruhkloben,
den Platinen aus naturbelassenem Neusilber und der aufwändigen Finissierung aller 199 Einzelteile ist
eine überzeugende Neuinterpretation der wissenschaftlichen Beobachtungsuhr und verhilft diesem zu Recht
berühmten Uhrentyp zu einer glanzvollen Renaissance.
Quelle: Lange Uhren GmbH
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